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Moderator: Schattenelfe



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 Betreff des Beitrags: Inversionen
BeitragVerfasst: 10. Jul 2010, 11:55 
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Da mir die Verwendung von Inversionen sehr oft ins Auge fällt (nicht nur hier und auch nicht nur bei anderen ;)), finde ich, dass man dieses "Stilmittel" (Erklärung zu den Anführungsstrichen folgt) an dieser Stelle einmal ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen sollte.

Vielleicht vorab noch eine kleine Definition: Eine Inversion liegt dann vor, wenn der Satzbau "verdreht" ist und es nach Meister Yoda aus "Star Wars" klingt. ;)
Beispiel: Vorliegt dann eine Inversion, der Satzbau ist "verdreht" und aus "Star Wars" nach Meister Yoda es klingt.

Inversionen werden oft verwendet, wenn ein Text "gehoben" klingen sollt. Das Problem ist nur, dass es meistens eher dahingebogen klingt, z.B., um einen Vers oder eine einzelne Formulierung an ein Reimschema anzupassen. Außerdem werden gerade dadurch oft Zusammenhänge außeinandergerissen oder verwischt, genauso, wie auch an sich richtige und gute Wortkonstruktionen auf einmal keinen Sinn mehr ergeben. Des Weiteren klingen v.A. häufig verwendete Inversionen auch meistens persiflierend, obwohl das Gegenteil damit beabsichtigt ist.

Besonders "schlimm" wird es, wenn eine Inversion selbst noch mittels Hilfsverben einigermaßen grammatikalisch hingebogen wird, z.B. mit dem Verb "tun". Das klingt extrem unschön und auch sehr umgangssprachlich, was sich wiederum mit dem meistens angestrebten elaborierten Klang beißt und dadurch ebenfalls zur ungewollten Persiflage gerät.

Aus diesen Gründen sollte man, vor Allem in ernsten Texten, Inversionen eher vermeiden - ab und zu verwendet ergibt es ein gutes und auch wohlklingendes Stilmittel, aber man darf es damit (wie bei allem) nicht übertreiben. Und in den allermeisten Fällen findet man auch eine viel bessere Formulierung, wenn man den Text erst einmal liegen lässt und sich die einzelnen Inversionen dann noch einmal vornimmt, um sie auszubügeln. Mit "normalen" Formulierungen wirken vor Allem Gedichte wesentlich natürlicher und damit auch ehrlicher und ansprechender.

Niemand ist perfekt, auch auf dieses Phänomen bezogen - insbesondere, da man bei eigenen Texten immer etwas betriebsblind ist. Ich habe mich über eigene Texte, nachdem ich sie eine Weile lang liegen gelassen hatte, auch köstlich amüsiert, weil das Ganze so herrlich lächerlich klang. :lol:

Meinungen (natürlich auch andere) sind in diesem Thema sehr willkommen, wie andere Kommentare auch. ;)

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Göthlicher als Goth
...und er dreht sich doch! :hmm:


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 Betreff des Beitrags: Re: Inversionen
BeitragVerfasst: 11. Jul 2010, 03:00 
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Ja, bin da ganz Deiner Meinung. In manche Gedichte passt es ganz gut, vorallem, wenn sie ins Fantastische reingehen. Für ernstgemeinte Gedichte hingegen, die auf Erfahrungen und tiefe Gefühle beruhen, wirkt es zu schnell künstlich und nimmt dem Geschriebenen gerade zu die Seele.

LG Akasha

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Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen, wenn wir uns entschließen, daraus zu erwachen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Inversionen
BeitragVerfasst: 12. Jul 2010, 21:32 
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Beiträge: 302
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Ihr redet von Gedichten, da stimme ich euch zu. Dort besteht schnell die Gefahr, dass es gekünstelt wirkt. In Romanen allerdings verbessert es oft den Sprachfluss.

Spreche da aus praktischer Erfahrung :liegestuhl:

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Greetz vom Reich


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