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Moderator: Schattenelfe



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 Betreff des Beitrags: Grammatik Eurer Protagonisten
BeitragVerfasst: 13. Aug 2011, 17:48 
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Admina
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Wie haltet Ihr es?
Wenn Ihr in Eurem Text einen Protagonisten sprechen lasst, nehmt Ihr dann, was z. B. Grammatik und Wortwahl angeht, Rücksicht darauf, um wen es sich handelt?
Baut Ihr also z.B. absichtlich Grammatikfehler ein, die umgangssprachlich häufig gemacht werden?

Auf die Frage gekommen bin ich, weil ich in dem Buch, das ich gerade lese, folgenden Satz gefunden habe:
"Glaubst Du, der Mörder ist wegen dem Telefon zurückgekommen?"

Ich habe mich gefragt, ob das einfach eine Unaufmerksamkeit des Übersetzers war, oder ob es Absicht war, um den Dialog authentischer wirken zu lassen.
Mir ist schon häufiger aufgefallen, dass es irgendwie seltam wirkt, wenn, z.B. in einer Serie, die Darsteller völlig fließend und fehlerfrei sprechen. Ein anderer klassischer Fehler, der umgangssprachlich sehr häufig gemacht wird, ist ja z.B. brauchen ohne zu. Ich höre sehr oft "das brauchst du nicht machen." Nur nicht in Filmen oder Serien, und auch in Büchern eigentlich nur in Ausnahmen.

Kurzum: berücksicht Ihr solche Dinge, oder verwendet Ihr grundsätzlich auch in wörtlicher Rede möglichst fehlerfreie Grammatik?

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Zu den Steinen hat einer gesagt: 'Seid menschlich.'
Die Steine haben gesagt: 'Wir sind noch nicht hart genug.'
(Erich Fried)

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 Betreff des Beitrags: Re: Grammatik Eurer Protagonisten
BeitragVerfasst: 13. Aug 2011, 20:48 
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Wenn es darauf ankommt, dann bemühe ich mich schon, einem Charakter auch "Seine" Sprechweise zu lassen. Wenn es sich bei den Charakteren um durchschnittlich gebildete, aber einfache Leute handelt, reden sie halt so, wie ich zB grundsätzlich eher schreibe. Wenn irgendein Prof. Dr. Dr. Dr. Schlagmichtot daherkommt, so möge es ihm denn gestattet sein, sich zuweilen ein wenig vom Pöbel abzuheben. ;) Oder eben auch grade nicht, Alda, ey, ne? ;)

Wie alles in einem Text, egal ob Gedicht, Roman oder Kurzgeschichte, sollte alles seinen Sinn haben. Deshalb kommt es denke ich einfach darauf an, was man ausdrücken möchte. Insbesondere durch die Wortwahl kann man Figuren hervorragend charakterisieren, es gehört aber mindestens einfach dazu. :)

Dialoge in deutschen Filmen oder Serien wirken auf mich immer sehr hölzern und künstlich; und ich denke, das geht auch darauf zurück, dass die Charaktere sich nicht für ihre Verhältnisse normal ausdrücken, sondern ihre Sprechart einer allgemein angepassten Norm entspricht. (Von einigen Ausnahmen abgesehen - aber die wirken dann oft erst recht gewollt und nicht gekonnt, finde ich. :hmm: )

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Göthlicher als Goth
...und er dreht sich doch! :hmm:


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 Betreff des Beitrags: Re: Grammatik Eurer Protagonisten
BeitragVerfasst: 22. Aug 2011, 17:19 
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Hier ist übrigens ein schöner Link zu dem Thema, über den ich vor Kurzem gestolpert bin: :jc_link:

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 Betreff des Beitrags: Re: Grammatik Eurer Protagonisten
BeitragVerfasst: 16. Sep 2011, 22:47 
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Titel: Grüntee-Kaktusfeige
Ich versuche dem ganzen immer eine persönliche Note zu verpassen, eben auch Charakterzüge meiner Selbst einzubauen.

So will ich dann bald mit einem Dialog anfangen der eine eventuelle Kurzgeschichte einleiten soll.
Ein taused jahre alter Mensch, voller Weisheit, und dementsprechend spricht er. Er ist ruhig, macht keine Fehllllaaafs, ist analytisch.
Dann der Jungspund, voller Fragen, immer beeindruckt, perplex. Naja, und dann versuche ich ins Details zu gehen.
Offenheit, Verschlossenheit, Jähzorn und Empathie.

Ich versuche harten, groben Charakteren immer einen hart klingenden namen zu verpassen, ohne das es aufgesetzt klingt.
Dieser redet ohne Umschweif, sagt was er denkt und haut drauf bevor er fragt.
Da habe ich Namen wie Tumber, das klingt dumpf, nach einem Schläger.

Der Tausenjährige ist Weise, ruhig, sanft, sollte also einen entsprechenden namen haben, aber auch der Führer eines Planeten, er sollte auch nach einer großen Persönlichkeit klingen.
Melen-Sanar. Das klingt weich, Buchstaben wie Z und K fehlen, das rundet einfach ab.

Ich versuche einfach ins Details zu gehen bei den Charakteren, und ihnen DANN erst den Namen zu geben, den sie verdienen.
Eine hinterhältige Schlange? Solchen Charakteren kann man ser einfach Namen verpassen, Z und K, oder ein richtig platziertes S.
Massan, Tissor, Akkal, Kijuk (gesprochen Kitschuk), Zartast.

Ein heroischer Name brauch bei mir eu´s und an´s.
Am besten noch einen schönen, harten, einleitenden Buchstaben, oder einen scharfen. Etwas das aufhorchen lässt.
Ein böser Bube.
Eudanta, Bondugra, Lenzeu.

Einer der Guten?
Ähnlich, da ists dann Geschmakcssache.
Silman, Eunarn, Eudur (gesprochen E-Udur), Neulim (hie ebenfalls E und U separat).


Hab mir da n paar Tricks angeeignet, das ist so meine Technik dem ganzen den Schliff zu verpassen.
Das heißt zwar nicht das jeder das so sieht (also, mit den Namen, das das passt), aber mir persönlich gefallen die Namen dann.
Wenn sie das irgendwan nicht mehr tun werden sie geändert, aber eben nach entsprechenden Charakter Kriterien.


Edit: Lollo, falscher Thread. :D
Die Grammatik meiner Protagonisten entspricht eigentlich einfach nur seinem Cahrakter, ich versuche, das anzupassen, wie die Namen.

So, und das post ich jetz im RICHTIGEN Thread. xD

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Denn es ist die Leidenschaft
die in uns Allen Leiden schafft.


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 Betreff des Beitrags: Re: Grammatik Eurer Protagonisten
BeitragVerfasst: 22. Sep 2011, 12:34 
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Zu extrem mag ich es nicht. Ein Beispiel sind die zahlreichen Bücher, in denen Ausländer nur in der Form "Du da hingegen! Ich machen." sprechen. :evil:
Ich habe in meinen Geschichten grundsätzlich nur wenige Charaktere (aus einem ähnlichen Umfeld), da brauche ich nicht so viel Variation. Aber natürlich ist etwas Umgangssprache da durchaus dabei - was dann wieder ein Problem wird, weil deutsche Herausgeber dann oft was nicht verstehen. (Ich bin Österreicherin.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Grammatik Eurer Protagonisten
BeitragVerfasst: 22. Sep 2011, 18:52 
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Geschlecht: weiblich
Titel: Poetin dder Nacht
Ich mag es sehr meine Proagonisten auch entsprechend reden zu lassen. Witzig find ich das immer, wenn Kinder drin vorkommen. Gerade bei kleineren, die noch reden wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, mag ich es mit den unterschiedlichen Charakteren zu spielen. Es gibt einer Geschichte Würze und einen gewissen Reiz, weil man dei Prtoganisten unter Umständen nicht sofort einschätzen kann.
Meine Namen kommen dann eher individuell, was mir gerade im Kopf rum schwirrt, aber ich finde schon, dass man allein durch die Grammatik oft schon ein Bild der Person zeichnen kann, die dann auch dem Charakter entspricht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Grammatik Eurer Protagonisten
BeitragVerfasst: 23. Sep 2011, 22:42 
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Geschlecht: männlich
Titel: Pitbull
Ich lasse Rollen auch immer in "Slang" sprechen je nach Charakter eben. Der Punk ist nen Punkt und sagt "Arsch" wärend ältere Menschen doch eher "Hintern" sagen. Sonst finde ich wirken Rollen nicht authentisch.

_________________
Gedichte zu schreiben ist weder männlich noch weiblich. Es ist persönlich. - Aza1on
Kunst. Kunst ist die Verzierung der Welt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Grammatik Eurer Protagonisten
BeitragVerfasst: 27. Sep 2011, 10:26 
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Wohnort: Hannover
Geschlecht: männlich
Ich bin der Ansicht, dass grammatikalisch richtiges Sprechen kein Privileg der Oberschicht ist. Da ich selbst sehr viel Wert auf korrekte Schreib- und Sprechweise lege, werden in meinen Geschichten auch Angehörige der so genannten Unterschicht immer einwandfreies Deutsch verwenden.
Ich bin der Ansicht, dass es das Lesevergnügen erheblich steigert, wenn Slangbarrieren der Realität gebrochen werden und das Deutsch aller literarischen Charaktere dem Standarddeutschen entspricht.


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