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Moderator: Schattenelfe



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 Betreff des Beitrags: Namen in Texten
BeitragVerfasst: 11. Mai 2011, 07:12 
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In vielen Gedichten tauchen ja keine Namen auf - das LI zB bleibt in den meisten Fällen "anonym" und tritt (oft) nur mit dem Wort "ich" in Erscheinung.

Bei Prosa ist es von der Häufigkeit her anders herum: Mehr Namen, weniger Anonymisierung, jedenfalls nicht einen ganzen Text hindurch. Das ist denke ich vA der Länge der Texte gegeschuldet, aber auch dem Umstand, dass Lyrik i.d.R. "malerischer" ist.

Nun die Frage: Was für Namen verwendet ihr, wenn ihr welche verwendet? Oder kommt ihr durchweg ohne aus?
Wie entscheidet ihr euch für einen Namen, hat dieser also zB immer eine bestimmte Bedeutung?
Denkt ihr euch Namen auch selbst aus?

Ich bin auf eure Antworten gespannt. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Namen in Texten
BeitragVerfasst: 15. Mai 2011, 10:14 
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Ich finde Namen unglaublich wichtig, denn wenn der Protagonist den falschen Namen hat, kann er kein richtiger Held werden. Mir sind bei der Namenswahl deshalb Klang, Bedeutung und auch Schriftbild enorm wichtig.

Mein allererster Protagonist hieß Fridolin und wechselte noch innerhalb der Geschichte den Namen zu Florian. Leider ist diese Geschichte abhanden gekommen, wie so viele frühe Texte von mir. :(

Wenn ich JETZT Geschichten schreibe, dann heißt mein Protagonist grundsätzlich erst einmal Jonathan. Je nach Entwicklung der Geschichte kann er dann aber auch Wilhelm, Julius, Jonas oder Cornelius werden. Für all diese Namen habe ich Persönlichkeitsprofile im Kopf und wende sie dann in den Geschichten an.

Weibliche Protagonisten heißen bei mir anfänglich erst einmal Maria. Diese habe ich allerdings noch nie so ausgebaut, um dann verschiedene Persönlichkeitsprofile auf verschiedene Namen zu verteilen.
Ich hatte auch schon andere weibliche Namen, doch fallen sie mir jetzt nicht ein; vermutlich mangels Relevanz.

Bei Fantasy-Geschichten habe ich auch ein paar feste Namen. Da orientiere ich mich allerdings am Rollenspiel Morrowind der Elder's Scroll Serie: Jeriah, Galbedir, Edwynna, usw.

Im Zusammenhang mit Namen fällt mir noch die schwere Übersetzbarkeit ein. Der Name Jonathan sieht im Spanischen nicht annähernd so ästhetisch aus wie im Deutschen: Yonatán
Da muss ich mir echt noch was einfallen lassen, denn ich habe irgendwann vor, meine Geschichten ins Spanische zu übersetzen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Namen in Texten
BeitragVerfasst: 16. Mai 2011, 19:17 
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Die Wahl der Namen ist -das meine ich auch- eher ein Prosaproblem.
Ich persönlich lasse mich nicht nur von meinem Gefühl leiten, das finde ich eher trügerisch. Meine persönlichen Initialen (nein, nicht die meines Nicks) finde ich immer verfürerischer.

@Jonanubis: sorry, ich persönlich finde die spanische Version von Yonathan schöner.
Würde ich selbst Jonas heißen, würde ich die deutsche Version bevorzugen, vermutlich.

Die ursprünglichere Bedeutung wäre mir ebenfalls wichtig. Ich würde da ein wenig recherchieren. Und natürlich ist der Charakter meines Akteurs wichtig. Jeder, der "Ritter der Kokosnuss" kennt den Magier 'Tim'. Oder: Man stelle sich ein "Twilight" vor, in dem Bella und Edward: Chantal und Kevin hießen.

Lupo L;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Namen in Texten
BeitragVerfasst: 21. Mai 2011, 17:48 
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Jonanubis hat geschrieben:
Für all diese Namen habe ich Persönlichkeitsprofile im Kopf und wende sie dann in den Geschichten an.

Darf man fragen, woher diese Profile stammen? Sind es eigenschaften, die direkt an den Namen geknüpft sind (zB aufgrund seiner ursprünglichen Bedeutung) oder weil du an eine bestimmte (reale?) Person mit diesem Namen denkst?

Jonanubis hat geschrieben:
Bei Fantasy-Geschichten habe ich auch ein paar feste Namen. Da orientiere ich mich allerdings am Rollenspiel Morrowind der Elder's Scroll Serie: Jeriah, Galbedir, Edwynna, usw.

Orientieren sich die Profile der Charaktere mit solchen Namen dann auch am Charakter des Spiels (in Bezug auf Aussehen, Verhalten usw.)?

Lupo Light hat geschrieben:
Ich persönlich lasse mich nicht nur von meinem Gefühl leiten, das finde ich eher trügerisch. Meine persönlichen Initialen (nein, nicht die meines Nicks) finde ich immer verfürerischer.

Initialien finde ich auch eine gute Idee. :) Bei manchen Autoren ist es auch sehr auffällig, dass sie zwar nicht ihre eigenen Initialien, aber immer wieder die selben verwenden - bei Wolfgang Hohlbei sind es zB oft A.D. oder der Name "Mike", die immer wieder auftauchen. Da ist es mir auch aufgefallen. :)
Schreibst du dann nur die Initialien hin oder verwendest du einen "neuen" Namen, der die selben Initialien hat? Wenn ich fragen darf. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Namen in Texten
BeitragVerfasst: 23. Mai 2011, 14:58 
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Naja, richtige Namen mit den gleichen Initialen, die ich auch habe.
Vom Haupt- oder Lieblingscharakter natürlich.
Alle meine Geschichts-Persona sind quasi 'Teile' von mir. Da können die Namen nicht alle mit demselben Buchstaben anfangen. Das wäre ein Stilmittel, das man ganz behutsam einsetzen müsste.

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 Betreff des Beitrags: Re: Namen in Texten
BeitragVerfasst: 26. Mai 2011, 09:23 
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Mit Initialien zu arbeiten, hatte ich auch mal in Erwägung gezogen. Jedoch fand ich es schnell langweilig und kontraproduktiv. Initialien rufen sich zum Beispiel ganz schlecht: - "J.", hallte mein Name durch den Raum. - (nur mal so als Beispiel.

Daemmerelbe hat geschrieben:
Darf man fragen, woher diese Profile stammen? Sind es eigenschaften, die direkt an den Namen geknüpft sind (zB aufgrund seiner ursprünglichen Bedeutung) oder weil du an eine bestimmte (reale?) Person mit diesem Namen denkst?


Diese Profile sind alle im Laufe der Zeit auseinander entstanden. Ich schreibe keine Konzepte oder Skizzen, sondern immer vollständige Geschichten, Episoden. Manchmal interagieren die Geschichten miteinander, das heißt, wenn man sie aneinander reiht, ergeben sie zusammen eine neue Geschichte. Da ist es mitunter notwendig, die namensgleichen Protagonisten zu unterscheiden und ihnen dann zwei Namen zu geben und im weiteren Verlauf der Geschichte, also dann im dritten Kapitel beginnen sich die Persönlichkeiten zu unterscheiden.

Wenn ich nun neue Kapitel oder Kurzgeschichten schreibe, habe ich zwei Protagonisten zur Auswahl und je nachdem, in welche Richtung sich die Geschichte bewegen soll, kommt Protagonist 1 oder 2 zum Zuge. Und später dann fügt sich diese Geschichte dann vielleicht auch wieder ein, in einen größeren Kurzgeschichten-Kapitel-Komplex.

Um deine Frage zu beantworten: An reale Personen denke ich nicht, und die Bedeutung des Namens ist zweitrangig. Manchmal fügt sich die Bedeutung des Namens jedoch hervorragend ein in die Geschichte:
Jonathan bedeutet auf Hebräisch "Geschenk Gottes" - interessant, wenn ich mit diesem Protagonisten einen Stellvertreterkrieg gegen Engel ausfechte. :)

Daemmerelbe hat geschrieben:
Orientieren sich die Profile der Charaktere mit solchen Namen dann auch am Charakter des Spiels (in Bezug auf Aussehen, Verhalten usw.)?


Am Charakter des Spiels eine Geschichte auszurichten, finde ich langweilig. Dieses Spiel dient lediglich der Vokabelsammlung. So entnehme ich die Namen diesem Spiel, lasse mich aber in Charakterbeschreibung und Geschichtsführung eher von anderen Fantasy-Geschichten leiten als von diesem Spiel.
Die Orte und Städte in dem Spiel haben ebenfalls interessante Namen: Balmora, Molag Mar, Gnisis, Khuul, Ald' Velothi usw. Diese Ortsnamen habe ich noch nie verwendet, weil es schwer ist, ein NEUES Balmora zu erschaffen, wo es doch schon ein charakteristisches im Spiel Morrowind gibt.
Ist aber mit realen Städtenamen ähnlich: New York wird immer New York bleiben, oder?


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 Betreff des Beitrags: Re: Namen in Texten
BeitragVerfasst: 16. Sep 2011, 21:50 
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Titel: Grüntee-Kaktusfeige
Ich versuche dem ganzen immer eine persönliche Note zu verpassen, eben auch Charakterzüge meiner Selbst einzubauen.

So will ich dann bald mit einem Dialog anfangen der eine eventuelle Kurzgeschichte einleiten soll.
Ein taused jahre alter Mensch, voller Weisheit, und dementsprechend spricht er. Er ist ruhig, macht keine Fehllllaaafs, ist analytisch.
Dann der Jungspund, voller Fragen, immer beeindruckt, perplex. Naja, und dann versuche ich ins Details zu gehen.
Offenheit, Verschlossenheit, Jähzorn und Empathie.

Ich versuche harten, groben Charakteren immer einen hart klingenden namen zu verpassen, ohne das es aufgesetzt klingt.
Dieser redet ohne Umschweif, sagt was er denkt und haut drauf bevor er fragt.
Da habe ich Namen wie Tumber, das klingt dumpf, nach einem Schläger.

Der Tausenjährige ist Weise, ruhig, sanft, sollte also einen entsprechenden namen haben, aber auch der Führer eines Planeten, er sollte auch nach einer großen Persönlichkeit klingen.
Melen-Sanar. Das klingt weich, Buchstaben wie Z und K fehlen, das rundet einfach ab.

Ich versuche einfach ins Details zu gehen bei den Charakteren, und ihnen DANN erst den Namen zu geben, den sie verdienen.
Eine hinterhältige Schlange? Solchen Charakteren kann man ser einfach Namen verpassen, Z und K, oder ein richtig platziertes S.
Massan, Tissor, Akkal, Kijuk (gesprochen Kitschuk), Zartast.

Ein heroischer Name brauch bei mir eu´s und an´s.
Am besten noch einen schönen, harten, einleitenden Buchstaben, oder einen scharfen. Etwas das aufhorchen lässt.
Ein böser Bube.
Eudanta, Bondugra, Lenzeu.

Einer der Guten?
Ähnlich, da ists dann Geschmakcssache.
Silman, Eunarn, Eudur (gesprochen E-Udur), Neulim (hie ebenfalls E und U separat).


Hab mir da n paar Tricks angeeignet, das ist so meine Technik dem ganzen den Schliff zu verpassen.
Das heißt zwar nicht das jeder das so sieht (also, mit den Namen, das das passt), aber mir persönlich gefallen die Namen dann.
Wenn sie das irgendwan nicht mehr tun werden sie geändert, aber eben nach entsprechenden Charakter Kriterien.

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Denn es ist die Leidenschaft
die in uns Allen Leiden schafft.


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 Betreff des Beitrags: Re: Namen in Texten
BeitragVerfasst: 22. Sep 2011, 11:39 
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Bei einer Kurzgeschichte in der Ich-Form kann ich auch gut auf einen Namen verzichten. Aber bei Geschichten in der dritten Person finde ich es dann schon unerfreulich, wenn die Hauptperson dann immer nur als "der Magier" bezeichnet wird. Das habe ich aber bislang immer nur in Foren gelesen, nicht in gedruckten Büchern.

Ich versuche, hierzulande seltene Namen zu verwenden. Aus zwei Gründen: Einerseits will ich nicht, dass sich jemand angesprochen fühlt, den ich kenne. Andererseits schreibe ich phantastische Geschichten, da darf es auch ruhig etwas "exotisch" klingen. Ich nehme für gewöhnlich aber real existierende Namen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Namen in Texten
BeitragVerfasst: 5. Okt 2011, 12:41 
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Nina hat geschrieben:
Bei einer Kurzgeschichte in der Ich-Form kann ich auch gut auf einen Namen verzichten. Aber bei Geschichten in der dritten Person finde ich es dann schon unerfreulich, wenn die Hauptperson dann immer nur als "der Magier" bezeichnet wird. Das habe ich aber bislang immer nur in Foren gelesen, nicht in gedruckten Büchern.

Dazu fällt mir eine herrliche Kurzgeschichte von Ingrid Noll ein. Sie schafft um den Protagonisten eine Anonymität, ohne, dass es der Leser merkt. Aufgrund der Schilderungen geht man davon aus, dass es sich um eine Frau handelt, was aber nicht der Fall ist. :)

Diese Geschichte ist, wenn ich mich richtig erinnere, in der Ich-Form geschrieben; aber auch, wenn sie in der "er"-Form wäre, kommt es mMn darauf an, wie so etwas konkret umgesetzt ist.

In vielen Romanen wird eine "geheimnisvolle" Person über weite Strecken nur als "sie" oder "er" oder eben mit "der Magier" (oder sonstwas ;)) bezeichnet. Oft wirkt das wie gewollt und nicht gekonnt, aber manche Autoren können so etwas auch.

Deshalb würde ich dir zwar größtenteils zustimmen, aber ich habe auch schon ein paar positive Beispiele (nicht in Foren) gelesen. :)

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Was mir noch allgemein zum Thema eingefallen ist: Da mir die Bedeutungen der Namen wichtig sind, nutze ich auch oft entsprechende Namenslisten, um einen passenden Namen für einen Charakter zu finden.
Es gibt zahlreiche Internetseiten zu dem Thema (z.B. www.bedeutung-von-namen.de); zusätzlich habe ich auch das "Lexikon der biblischen Personen und Gestalten) von Reclam. Da dort natürlich auch viele hebräische Namen zu finden sind, nehme ich daraus gerne Namen für Fantasy-Geschichten, in denen "fremde" Wesen vorkommen, die (für unseren Sprachraum) exotisch klingen sollen.

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