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Moderator: Schattenelfe



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 Betreff des Beitrags: Schreiben - Für sich selbst oder für den Leser?
BeitragVerfasst: 25. Mai 2011, 01:29 
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Admina
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FelineMinded hat geschrieben:
Vielleicht denk ich teils zu viel und teils zuwenig...
...aber nicht alles muss ja das Gegenüber erreichen...


Dieser Satz hat mich dazu animiert, Euch zu fragen, worüber ich schon häufiger diskutiert habe. Schreibt man in erster Linie für sich selbst oder für seine Leser?

Ich persönlich schreibe zum Beispiel in erster Linie, was in mir vorgeht. Es ist nicht alles autobiographisch, aber was ich schreibe, entspringt ja meinem Kopf. Sicher benutze ich dabei dann auch mal ungewollt die eine oder andere Chiffre, die jemand anders nicht ohne Erklärung verstehen kann. Manchmal ist es auch gut so, wenn ein Text jedem Leser eine eigene Interpretationsmöglichkeit, sprich Lesart, offenlässt.

Wenn aber jemand so chiffriert schreibt, dass man als Leser den kompletten Text nicht mehr nachvollziehen kann, fragt man sich doch, wozu ein Autor den Text dann veröffentlicht. Ich als Leser habe jedenfalls nichts davon.
Oder, wie seht Ihr das?

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Zu den Steinen hat einer gesagt: 'Seid menschlich.'
Die Steine haben gesagt: 'Wir sind noch nicht hart genug.'
(Erich Fried)

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 Betreff des Beitrags: Re: Schreiben - Für sich selbst oder für den Leser?
BeitragVerfasst: 25. Mai 2011, 05:50 
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Ich finde schon, dass man für den Leser schreiben sollte, ansonsten kann man auch alles in ein Tagebuch packen, ohne dass es je jemand sieht.
Ich halte mich da stets an ein Zitat von Anna Segher:

Zitat:
Wenn man schreibt, muß man so schreiben, daß man hinter der Verzweiflung die Möglichkeit und hinter dem Untergang den Ausgang spürt.

Denn wir schreiben ja nicht, um zu beschreiben, sondern um beschreibend zu verändern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schreiben - Für sich selbst oder für den Leser?
BeitragVerfasst: 28. Mai 2011, 11:55 
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Ich sehe das so wie Schattenelfe - jedenfalls, wenn es um Texte geht, die man irgendwo (zB online) veröffentlicht. Für alles andere gilt das Motto: Schubladentexte gehören in die Schubladen. ;)
Andererseits finde ich es aber OK, wenn jemand etwas anders interpretiert, als man es ursprünglich gemeint hat - damit muss man einfach rechnen, wenn es der Text an sich zulässt. Aber das an sich ist ja auch nichts Schlimmes; dadurch ergeben sich gerade bei Lyrik oft unterschiedliche Ebenen, auf denen ich nicht alle Anspielungen für jeden Nachvollziehbar sind. :) Trotzdem muss ein Text, den man veröffentlicht, auch für andere prinzipiell zugänglich sein, selbst wenn es ein "anderer" Zugang ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schreiben - Für sich selbst oder für den Leser?
BeitragVerfasst: 28. Mai 2011, 23:55 
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Also ich schreibe in dem Sinne alles worüber ich nachdenke, über meine Gefühle und erzähle Geschichten usw. Doch ich veröffentliche diese Schreiben um andere zu erreichen, etwas zu lehren und zu zeigen. Mein Leben ist ein offenes Buch und ich bin gern bereit meine Geschichte mit anderen zu teilen.

Ich schreibe also in 1. Linie für mich und stelle alles jedem zur Verfügung. Wer daraus lernen will, kann sich gern bereichern und dies lesen, anhören usw. und wenn nicht, gut dann eben nicht.

mfg
Azrael


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 Betreff des Beitrags: Re: Schreiben - Für sich selbst oder für den Leser?
BeitragVerfasst: 29. Mai 2011, 18:50 
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Ich schreibe in erster Linie für mich selbst, weil es Freude macht, Buchstaben Leben zu schenken. Eventuelle Leser stehen bei mir an zweiter Stelle. Es gibt ein paar Texte, die Leser erreichen können und sollen. Diese werden hier veröffentlicht. Doch die meisten Werke, die meiner Feder entspringen, sind Schubladentexte. Diese werden einfach zum Selbstzweck geschrieben und niemand wird sie je zu Gesicht bekommen. (Es sei denn, ich geh über den Jordan, ohne vorher meine Schriften vernichtet zu haben. Dann kann es natürlich sein, dass irgendwer diese Werke für veröffentlichungswert hält.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Schreiben - Für sich selbst oder für den Leser?
BeitragVerfasst: 30. Mai 2011, 23:26 
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Hmm, schwere Frage. Ich würde sagen 50/50. Obwohl auch Dinge über die ich für mich schreiben, etwas für andere sein könnte und auch ist. :)

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Kunst. Kunst ist die Verzierung der Welt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schreiben - Für sich selbst oder für den Leser?
BeitragVerfasst: 24. Jun 2011, 12:45 
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Abraxa hat geschrieben:
Wenn aber jemand so chiffriert schreibt, dass man als Leser den kompletten Text nicht mehr nachvollziehen kann, fragt man sich doch, wozu ein Autor den Text dann veröffentlicht. Ich als Leser habe jedenfalls nichts davon.


Das stimmt nur für den Fall, wenn der Leser unbedingt den Sinn des Textes erfassen will, den der Autor ihm vermeintlich eingeschrieben hätte. Nun lassen sich Texte aber auch nicht (nur) wie Kreuzworträtsel lesen, sondern auch mit eigenen Gedanken, Erinnerungen, Bildern, Assoziationen etc. füllen, die nichts mit der eigentlichen Autorintention zu tun haben. Und manchmal gelingt einem nicht einmal das, weil der Text zu sperrig, zu hermetisch etc. ist, - dann kann er aber immer noch ein ästhetischer Genuss sein. Manche Texte, anscheinend sinnlose Wortreihen oder auch fremder Sprache, sind einfach nur schön anzuschauen.
Das mag jetzt alles schrecklich banal klingen, aber aus dieser Perspektive heraus ist es im Grunde wurscht, ob in erster oder zweiter Linie für einen Leser geschrieben wird, den Zugang zu einem Text muss sich in jedem Fall der Leser erarbeiten. Der Autor sollte sich nicht darum scheren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schreiben - Für sich selbst oder für den Leser?
BeitragVerfasst: 16. Jul 2011, 05:52 
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Simplicissima hat geschrieben:
Das mag jetzt alles schrecklich banal klingen, aber aus dieser Perspektive heraus ist es im Grunde wurscht, ob in erster oder zweiter Linie für einen Leser geschrieben wird, den Zugang zu einem Text muss sich in jedem Fall der Leser erarbeiten. Der Autor sollte sich nicht darum scheren.

Ich finde auf jeden Fall auch, dass man einem Leser nicht alles vrokauen sollte - und mag das als Leser um ehrlich zu sein auch gar nicht. :hmm:

Allerdings würde ich sagen, dass auch nach dem Standpunkt etwas für den Leser "da" sein solllte - also prinzipiell die Möglichkeit, irgendeinen Zugang zum Text zu finden (und sei es, dass man ihn einfach "hübsch gestaltet" finden kann oder ähnliches). Jedenfalls, wenn ich dich richtig verstanden habe, wäre das die Schlussfolgerung daraus? :)

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