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Moderator: Schattenelfe



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 Betreff des Beitrags: Was ist wert, geschrieben zu werden?
BeitragVerfasst: 21. Mai 2011, 08:44 
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Angeregt von einem kleinen Artikel mit dem Titel Das Schreiben als Privileg würde ich gerne mal die Frage in den Raum werfen: Was ist es "wert", geschrieben und gelesen zu werden? Ist zB jedes Gedicht automatisch etwas Mitteilenswertes? Wann ist für euch "genug" an Texten, sowohl beim Lesen, als auch beim Schreiben?

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Göthlicher als Goth
...und er dreht sich doch! :hmm:


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist wert, geschrieben zu werden?
BeitragVerfasst: 21. Mai 2011, 15:20 
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Ob etwas wert ist, geschrieben zu werden, erkenne ich ganz leicht daran, wenn mich eine Idee tagelang plagt. Wenn ich mich zwei oder drei Tage später noch an das Gedicht in meinem Kopf erinnern kann, dann, und erst dann, wird geschrieben. Und für mich ist alles, unabhängig vom Thema lesenswert, solang der Autor sich mit seinem eigenen Werk auseinander gesetzt hat und das ganze halbwegs lesbar und sprachlich richtig aufgeschrieben hat.

_________________
So werde ich einst beweinen;
Jede Zeile nicht verfasst
Jede Zeile nicht geschrieben;
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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist wert, geschrieben zu werden?
BeitragVerfasst: 26. Mai 2011, 09:45 
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Für mich ist alles lesenswert und mitteilenswert, was in korrekter deutscher Sprache vermittelt wird. Und da fallen viele Nonsens-Informationen im Internet schon mal raus. Mit Mitteilungen wie "Ich koche eben Kaffee und trinke den dann mit Kaffeesahne." - "Oh, nur noch zwei Stunden, dann muss ich auf Arbeit." - "Meine Tageszeitung ist noch im Briefkasten." kann ich vielleicht mein Tagebuch langweilen, aber außer mir selbst gibt es niemanden, den das interessiert. Und nichtmal MICH interessiert das wirklich.

Es gibt Internetforen, in denen wirklich Inhalte vermittelt werden, die zu lesen eine wahre Bereicherung ist. Aber auch in diesen tummeln sich Individuen, die ihre eigene Langeweile mit inhaltsleeren Ein-Satz-Beiträgen zu bekämpfen suchen. Wer nichts erlebt, kann auch nichts schreiben. Wer nichts erfasst, kann keine Diskussionen bereichern.

Es ist mitunter auch mal schön, einfach nur Unsinn zu schreiben, einfach mal Dünnpfiff zu verfassen. Aber muss man via Internet die ganze Welt an der eigenen Bedeutungslosigkeit teilhaben lassen??


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist wert, geschrieben zu werden?
BeitragVerfasst: 26. Mai 2011, 13:43 
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Ich möchte mal behaupten das alles seinen Wert besitzt und somit völlige berechtigung hat geschrieben zu werden. Wenn man anfängt zu bewerten was " Wert " besitzt und was nicht kommen wir ungefähr zur Zeit des 2. Weltkrieges zurück, nur weniger fanatisch aber dennoch eine natürliche Auslese. So wie es damals hieß: " entartet " oder " genehmigt ".

Wie ich zum Wert komme? Hm ich denke " Wert " ist völlig subjektiv, ich kann mich erinnern als ein Mädchen mal ein schwarzes Viereck zeichnete, darin ein weiteres pinkes Viereck und darüber geschrieben stand "Köstis Welt"... es waren nur 2 Worte, irgendwelche Vierecke die mehr schlecht als Recht dahingemalt waren aber dennoch war es für mich von bedeutung und schenkte mir ein Lächeln. Weshalb es von Bedeutung war? Nun damals war ich völlig allein mit mir selbst und irgendwie brachte es genau die damalige Situation wieder und es zeigte mir, dass ich doch nicht unsichtbar in dieser Welt bin.

Ein anderes Beispiel wäre das Wort " Buh "... wo ist darin für uns Schreiber ein Wert? Für uns vielleicht nicht, aber wer weiß wenn man wann eine zusammen gewurzeltes Papierstück in die Hand drückt und beim lesen ein Lächeln zaubern lässt?

Worte haben solch eine Macht... egal wie ausformuliert, in welcher Form, wie geschrieben oder sonst etwas. Alles kann einen in einem bestimmten Moment berühren und ich bin der Meinung....


Bevor man nichts schreibt und die Chance verpasst das vl. in 100 Jahren (jetzt mal übertrieben gesagt) irgendjemand über dein Büchlein stolpert und über den Inhalt nachdenkt, lachen kann oder sonst etwas für ihn wertvolles darin sich befindet, sollte man einfach drauf los schreiben.


hm und @Jonanubis

Ist ein dir scheinbar sinnloser Beitrag nicht im entferntesten Sinnvoll? Immerhin würde dir solch ein Wortfetzen deinen Gedanken diesbezüglich bestätigen und hat somit einen " Wert " als bestätigung für eine These. Wäre nämlich soetwas nicht vorhanden, wären deine Worte " Schall und Rauch "


Alles hat zwei Seiten, versucht nicht etwas zu bewerten oder über etwas zu urteilen, nehmt es als das an was es ist und nehmt das heraus was ihr braucht, der Rest braucht euch nicht zu interessieren. Stellt euch nicht über den Maß der Dinge, philosophiert nicht über einen Allgemein gültigen Wert, denn wer das tut, ist nicht viel besser als die Vergangenheit und hat den wahren Wert der Dinge verkannt.

So meine persönliche Meinung.

mfg
Azrael


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist wert, geschrieben zu werden?
BeitragVerfasst: 26. Mai 2011, 21:01 
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@Azrael: Ich kann deinen Gedankengang voll und ganz nachvollziehen. Alles sei Wert, geschrieben zu werden, solange es nur den Hauch einer Wirkung bei irgendwem gibt. Und sei es in hundert Jahren.

Allerdings sehe ich eher die Parallele zum übersättigten Büchermarkt: schwarzes-cafe-f34/der-buchermarkt-ist-ubersattigt-t1567.html
Es gibt schon jetzt weit mehr Texte als man in einem Menschenleben lesen kann. Da ich auch noch sehr langsam lese, muss ich noch viel rigoroser auswählen, was an Geschriebenem von mir konsumiert wird. Und ich würde mich ärgern, wenn ich meine kostbare Zeit mit dem Lesen von Dingen verschwende, aus denen ich nichts entnehmen kann. Daher meide ich zum Beispiel die bunten Zeitungen, in denen das Leben von Prominenten ausgewaidet wird. Es ist mir vollkommen egal, welche Prinzessin mit welchem Prinzen irgendwelche heimlichen Affären hat.
All diese bunten Zeitungen fasse ich getrost unter Schund zusammen und ich maße mir an, diese Blätter als des Lesens unwert zu titulieren.
Da bin ich ganz egoistisch und ich finde sie ungeachtet der Tatsache, dass vielleicht ein altes Mütterchen ganz arg mitfibert mit der Entwicklung von royalen Liebesaffären, des Lesens unwert. Auch mancher Sinnlosbeitrag in der Tageszeitung ist die Buchstaben nicht wert, aus denen er zusammengesetzt ist. Da denke ich an irgendwelche Lokalmeldungen wie "Auf Baustelle XY standen heute die Bagger still."

Dadurch, dass Lesen und Schreiben zum Allgemeingut gehört, ist es leider tatsächlich beliebig geworden. Jeder fühlt sich in der Pflicht, sich mitteilen zu müssen. Und jeder von uns weiß, dass die Welt voller uninteressanter Charaktere ist, von denen man gar nichts weiter wissen will.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist wert, geschrieben zu werden?
BeitragVerfasst: 26. Mai 2011, 22:09 
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Ja klar @J. für dich selbst kannst du dir jederzeit sagen, dass sei dir nicht Wert, aber wenn jemand zu dir kommen würde und sagen würde " es ist so toll " dann würde ich es einfach nur begrüßen es der Person einfach zu gönnen auch wenn man nicht der gleichen Meinung ist bzw. sollte man eben das obere immer im Kopf behalten. Was man für sich selbst entscheidet, ist immer die eigene Sache. ^^ Da wird dir nie jemand reinreden (zumindest würde ich es nie lassen).

mfg
Azrael


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist wert, geschrieben zu werden?
BeitragVerfasst: 26. Mai 2011, 23:08 
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Admina
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Also, ich muss Jona insofern Recht geben, als ich auch der Meinung bin, das Internet generell bietet eine ideale Plattform zur Selbstdarstellung. Das betrifft vor allem Status-Meldungen bei Facebook und co. Will ich wirklich wissen, dass meine ehemalige Klassenkameradin sich gerade neue Schuhe gekauft oder der Sohn meiner ehemaligen Arbeitskollegin heute sein erstes Bäuerchen gemacht hat?
Andererseits muss ich mich ja auch nicht bei Facecook anmelden, wenn mich das nicht interessiert.
Ebenso wenig muss ich solche yellowpress-Blätter lesen, wenn mich die Affären in den Königshäusern nicht interessieren.
Deshalb finde ich, dass jedes Thema das Recht hat, beschrieben zu werden. Wen es nicht interessiert, der muss es ja nicht lesen..

_________________
Zu den Steinen hat einer gesagt: 'Seid menschlich.'
Die Steine haben gesagt: 'Wir sind noch nicht hart genug.'
(Erich Fried)

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist wert, geschrieben zu werden?
BeitragVerfasst: 26. Mai 2011, 23:25 
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Titel: Pitbull
Hmm, was ist es wert geschrieben zu werden? Vielleicht sollte man die Frage anders stellen. Was ist es Wert gelesen zu werden. Das aber nur mal am Rande. :lol:

Denn was es wert ist, niedergeschrieben zu werden, kann ich nur von mir sagen. Also mehr: "Was ist es wert, von mir niedergeschrieben zu werden?"

erster Grund:
Also ich halte all die Dinge für wertvoll, die mich später selbst an die vergangenen Zeiten erinnern, mir die Erinnerungen zurückbringen. Leider vergiss man recht oft Dinge, Situationen oder Gefühle. Und Zeilen und Texte die ich schriebe lasen mich schmunzelnd oder auch mit anderen Gefühlen, mich an die Vergangenheit erinnern.

zweiter Grund:
Wertvoll , fine ich, sind Dinge die ich schreibe, um in anderen etwas auszulösen. Seien es nun Gedanken oder Gefühle. Dabei spielt es eigendlich keine Rolle ob ich alle leser erreiche oder nur einen. Ich bringe gerne Menschen zum nachdenken, zum Reflektieren, zum Fühlen oder zum Erinnern. Alleine schon die Aussicht darauf lässt in meinen Augen meine Texte für wertvoll genug erscheinen, um sie niederzuschreiben.

Ob ein Leser das nun so sieht oder nicht ist mir dabei aber egal. :lol:

Zu den Dingen, die ich für Wert halte gelesen zu werden, kann ich weitausmehr sagen. Darum gehts aber hier nicht. :D

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Gedichte zu schreiben ist weder männlich noch weiblich. Es ist persönlich. - Aza1on
Kunst. Kunst ist die Verzierung der Welt.


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