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Moderator: Schattenelfe



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 Betreff des Beitrags: Kurzlyrik
BeitragVerfasst: 30. Aug 2011, 22:49 
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Mit Erstaunen stelle ich fest, dass es doch immer wieder nur kurze Aussagen gibt; einfach so hingeschrieben nennt man es dann Kurzlyrik.

Ich komm nicht so recht dahinter, was der Reiz dieser Kurzlyrik ist.
Warum schreibt ihr Kurzlyrik?
Und warum ist die Aussage dann Literatur?


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 Betreff des Beitrags: Re: Kurzlyrik
BeitragVerfasst: 31. Aug 2011, 08:47 
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Naja, nur weil ein Gedicht oder Text kurz ist, muss er nicht "einfach so dahingeschrieben" sein. Der Reiz an Kurzlyrik? Das Spiel mit und an der Sprache. Und manchmal (zugegeben: eher sehr selten) ist ein gut pointierter Aphorismus gehaltvoller als so mancher tausend-Seiten-Wälzer. Und das macht doch auch den Reiz beim Schreiben aus: Einen Text schnörkellos zu machen, ihn einzudampfen, ohne den ganzen rhetorischen Bombast, einfach nur auf eine geschärfte Aussage reduziert, die - im Idealfall - hängenbleibt oder zuwasauchimmer inspiriert. Selbstverständlich lauert dabei immer die Gefahr von Bedeutungshuberei oder Banalität, aber das ist nun mal Schicksal eines jeden Handwerks: Es kann misslingen. (Ja, das war jetzt banal :mrgreen: ) Achja, eine Aussage ist selbstverständlich keine Literatur, aber der Text der eine Aussage enthält schon. Und das trifft nunmal auch auf Kurzlyrik zu. ;)
Ich jedenfalls mag sie. :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Kurzlyrik
BeitragVerfasst: 30. Mär 2012, 16:56 
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Wie so oft kommt mMn es auf die Ausgestaltung an.

Ich würde es mit Kurzgeschichten und Romanen vergleichen: Eine Kurzgeschichte ist ein "kleine" Geschichte oder eine reduzierte "große" Geschichte oder ein Ausschnitt, eine Momentaufnahme.
Man könnte ja auch frech sagen: Wer Kurzgeschichten schreibt, hat halt nicht mehr zu sagen und denkt nicht weiter, als in ein paar Sätze passt. (Da ich selbst bekanntermaßen gerne Kurzgeschichten schreibe, sollte das niemand in den falschen Hals bekommen. ;)) Das ist ja nun nicht so bzw. nicht zwingend so; es ist vielmehr eine andere Form. Man kann natürlich Äpfel und Birnen miteinander vergleichen, aber man wird bei so einem Vergleich an seine Grenzen stoßen.

Zurück zu "lange Lyrik vs. Kurzlyrik". In einem ellenlangen Gedicht im Umfang von "Die Glocke" spielt der einzelne Vers eine vollkommen andere Rolle als bei Kurzlyrik. Genauso verhält es sich mit der Zeichensetzung: Ein falsch gesetzter Gedankenstrich macht einen kurzlyrischen Text kaputt, ist aber in langen Gedichten nicht so schlimm. Und so könnte man jeden einzelnen Bestandteil, der irgendwie, irgendwo in Texten eine Rolle spielt, durchgehen. Das Schema bleibt immer das Selbe: Fehler oder auch nur kleine Unstimmigkeiten sind bei Kurzlyrik "unverzeihlich" ( :razz: ), bei längeren Texten aber kein Welt Textuntergang.

Kurzlyrik hat auch einen etwas anderen Ursprung oder Ausgangspunkt. Besonders deutlich wird das beim Haiku: Eine kleine Welt in einem Atemzug. (Im Japanischen; in anderen Sprachen, die diese Form adaptiert haben, braucht es oft etwas mehr als nur einen Atemzug bzw. länger als die Dauer eines Atemzugs.) Dieser Gedanke umfasst etwas vollkommen anderes, als man es bei der bereits oben erwähnten "Glocke" findet.

Deshalb unterschreibe ich völlig:
Simplicissima hat geschrieben:
Naja, nur weil ein Gedicht oder Text kurz ist, muss er nicht "einfach so dahingeschrieben" sein.

Hinter Kurzlyrik steckt zumindest ein Gedanke, selbst wenn dieser unbewusst gereift ist und scheinbar (!) "aus dem Nichts" aufs Papier kam.

Kurzlyrik ist für mich ein literarischer Atemzug oder ein Blinzeln; denn auch das ist nicht so willkürlich, wie es von außen betrachtet den Anschein haben kann. Dahinter stecken Mechanismen und Prozesse, die den Atemzug oder das Blinzeln überhaupt erst möglich machen.

_________________
Göthlicher als Goth
...und er dreht sich doch! :hmm:


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 Betreff des Beitrags: Re: Kurzlyrik
BeitragVerfasst: 11. Apr 2012, 20:40 
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Beiträge: 43
Geschlecht: weiblich
mh, nur dahingeschrieben..........
bei mir sowohl als auch.........
meistens schießen mir die Dinger wie Pfeile in den Kopf. Bei dem ein oder anderen Geschreibsel is es der anfang für nen neuen Text oder einfach so.........
vornehmlich des öfteren wenn ich mal wieder am tagträumen bin. oder mir etwas tierisch auf die nerven geht.......
ich in der Essbahn oder im Auto unterwegs bin......ich im Kaffee hocke......ja des sind dann lauter so Dinger bei denen ich geistig abwesend bin......oder es zumindest kurz.......
und wenn ich dann keinen miniblock als auch stift dabei habe, dann is der tag gelaufen, weil ich mir des bis zum nächsten zettel mit stift merken muss........ :-|

_________________
...


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